TOKO, Magazin
+ reportage


Mikrokosmos Toko. In Indonesien finde ich sie an jeder Straßenecke. Die Tokos. Sie sind Lebensunterhalt, Nachrichtenportal, Zuhause, Gemeinschaft. Bunt und schrill stehen sie im Kontrast zur traumhaften Landschaft an der ich mit meinem Scooter vorbeisause. Oft verschwimmen sie zu farbigen Klecksen aus denen man hin und wieder einen Menschen erahnen kann, der einem ein belehrendes „Hati Hati!“ „Langsam, langsam!“ oder ein optimistisches „Surfing! Surfing!“ entgegen ruft. Ich fahre im hupenden Verkehrschaos auf holprigen Straßen über die Reisfelder. Als mein Scooter langsamer wird, halte ich an einem der Tokos mit gefüllten Glasflaschen auf der Anrichte an. „Saya maubli petrol“ - Ich möchte Benzin kaufen. Munter macht sich eine indonesische Frau mit Kind auf dem Arm an die Arbeit. Sofort zieht mich ihr kleiner Laden in den Bann. So viele schrille Verpackungen und Banner. Ich betrachte den Toko genauer.



Wahnsinn was man hier alles finden kann. Der kleine Stand gleicht einem Suchbild. Findet Waldo schießt mir durch den Kopf. Chips, Cola, Zigaretten, Instant Nudeln, Handyverträge, Waschservice und Massage Angebot. Praktisch alles was das Herz begehrt. „How much?“ frage ich als der Tank schließlich voll ist. Die junge Mutter überlegt einen Augenblick zu lange, nennt den Preis und lächelt. Handeln gehört in Indonesien bei jedem Geschäft dazu, das habe ich inzwischen gelernt. Ich nehme das Geld aus dem Rucksack und halte fragend meine Kamera in die Höhe. Sie nickt und lächelt erneut. KLICK. Dann schwinge ich mich wieder auf den brühend heißen Sitz des Scooters, hebe die Hand zum Gruß „ Terima Kasih“ „Vielen Dank!“ und fahre los. Der nächste Toko kann nicht weit sein.



TOKO ist ein Fotoprojekt über ein fernes Land, andere Sitten und die Sehnsucht nach Reisen.